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Erste Münsterschwarzacher Lesenacht ein voller Erfolg

Über 300 Lesende erleben eine unvergessliche Nacht voller Inspiration an ungewöhnlichen Orten auf dem Abteigelände.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Vier-Türme-Verlages öffnete am Samstagabend die Abtei Münsterschwarzach ihre Tore für zahlreiche Lesungen an außergewöhnlichen Orten auf dem Klostergelände.

An unterschiedlichen, nicht immer öffentlich zugänglichen, Orten innerhalb der Klostermauern kamen über 300 Leserinnen und Leser zu zahlreichen Lesungen in vier Zeitfenstern. Neben zwei Leseorten im eigenen Verlag, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind, konnte auch in den Räumlichkeiten des Fair-Handels, der Klosterbuchhandlung und im Foyer des Egbert-Gymnasiums inspirierender Literatur gelauscht werden. Die Krypta der Abteikirche verlieh den dortigen Lesungen durch ihre bunten Fenster und dem einzigartigen Raumklang eine besondere Atmosphäre. Die Klosterschmiede, welche im Alltag ebenfalls nicht öffentlich zugänglich ist, begeisterte im Hintergrund mit ihrem Charme der Handwerkskunst.

Neben den vielen Lesungen gab es zudem eine Ausstellung von Andrea Hendrichs "Engel für Dich", die auch persönlich vor Ort Zeichnungen anfertigte. Abgerundet wurde der Abend für alle Besucherinnen und Besucher mit einem Abschluss-Segen in der Abteikirche zusammen mit Pater Zacharias Heyes und Pater Anselm Grün.

Folgende Autorinnen und Autoren waren Teil der ersten Münsterschwarzacher Lesenacht:

Anke Keil präsentierte mit "Im Dunkeln ein Licht" ihr neues Buch über ein Gefühl, das viele kennen, aber selten klar benennen: Einsamkeit in der Trauer, aber auch in Lebensübergängen, in denen Abschied ebenfalls eine große Rolle spielt. Mit feinem Gespür und großem Tiefgang nähert sich Anke Keil diesem vielschichtigen Thema und beleuchtet unterschiedliche Formen der Einsamkeit: das schmerzliche Gefühl des Alleinseins, die Einsamkeit im Wandel, emotionale, soziale und auch kollektive Einsamkeit. Jeder Abschnitt verbindet sachliche Betrachtungen mit persönlichen Texten, hinter denen (auch eigene) Erfahrungen von Krankheit, Verlust, Unbehaustheit oder dem Zweifel nach Entscheidungen sichtbar werden. Kurze Impulse und Fragen laden Leserinnen und Leser dazu ein, sich darüber klar zu werden, was uns von anderen trennt – und vor allem, was uns wieder verbinden und somit die Trauer ein Stück weit heilen kann. Ein feinfühliges und kluges Buch über eines der stillsten, aber menschlichsten Gefühle unserer Zeit.

Marlene Fritsch las aus der mittlerweile dritten Ausgabe unseres Kalenderprojekts "Novemberlicht": Im einzigartigen Kalender für den sonst so dunklen Monat November gibt es jeden Tag eine Idee, um Licht in diese Zeit zu bringen. Gespräche, Geschichten, Rezepte, Geschenke und Aktionen garantieren Abwechslung für jeden Tag. Und damit aus einzelnen Lichtern ein ganzes Lichternetz entstehen kann, gibt es unter novemberlicht.com auch dieses Jahr wieder spannedes Bonusmaterial sowie einen Podcast. Als prominente Lichtpaten sind dieses Jahr dabei: Pater Anselm Grün, Ahmad Milad Karimi, Sr. Katharina Kluitmann und Petra Dierkes.

Burkhard Hose plädierte mit "Bleibt Menschen!" für eine emphatische Gesellschaft: In einer Gegenwart, die an vielen Stellen unmenschlich oder entmenschlicht erscheint, fordert Burkhard Hose in seinem neuen Buch nicht weniger als das Eintreten für eine radikale Humanität. Diskriminierung von Minderheiten, die zunehmende Entrechtung Geflüchteter, Hatespeech in sozialen Netzwerken, aber auch das Erstarken rechtsradikaler Kräfte in Deutschland verlangen nach einer grundlegenden Neuausrichtung. Der Autor setzt sich für eine „Zeitenwende“ ein, in der es darum geht, sich persönlich für mehr Empathie zu entscheiden und gesellschaftlich Mitmenschlichkeit an die erste Stelle zu setzen – um jeden Preis. Dabei orientiert er sich an der Botschaft Jesu, der den  einzelnen Menschen mit all seinen Brüchen und mit seiner Würde in den Mittelpunkt stellte. Was es heißt, in dieser Spur einfach Mensch zu bleiben und entschiedener  mitmenschlich zu leben, zeigt Burkhard Hose in diesem Buch und bezieht dabei immer wieder persönliche Erfahrungen aus seinem zivilgesellschaftlichen Engagement für Geflüchtete und gegen Diskriminierung und aus seiner Arbeit mit Studierenden mit ein.

Matthias E. Gahr und Pater Zacharias Heyes gaben in ihren Lesungen Einblicke in die Welt unseres beliebten kleinen Mönches, der in seinem neuesten Abenteuer, passend zum Verlagsjubiläum, Geburtstag feiert: Der kleine Mönch hat Geburtstag! Aber er zerbricht sich den Kopf darüber, wie seine Feier im Kloster aussehen könnte. Was wäre möglich? Was wäre angemessen? Einerseits ist es ihm unangenehm, allzu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Andererseits wäre es eine gute Möglichkeit, auch mal Danke zu sagen: dem Abt, dem Novizenmeister, dem Koch … einfach allen im Kloster – für ihre Unterstützung und ihre Hilfe, aber auch für die kleinen alltäglichen Dinge. Zacharias Heyes nimmt auch in diesem Band die Gedanken und Überlegungen des kleinen Mönches auf und durchleuchtet die warmherzig und humorvoll erzählte Geschichte auf ihren tieferen Sinn. Dabei geht es um Selbstliebe genauso wie um Anerkennung, vor allem aber darum, dass jeder Mensch einzigartig ist – und man das unbedingt feiern sollte!

Pater Christoph Gerhard begeisterte mit unendlichen Weiten in "Womit das Vakuum gefüllt ist": Naturwissenschaft und Glaube sind nicht so konträr, wie man vielleicht glaubt. Am Ende jeder naturwissenschaftlichen Betrachtung steht das Staunen. Jede Antwort zieht gleich neue Fragen nach sich: Womit ist das Vakuum gefüllt? Und warum ist nicht „nichts“, sondern die Erde geworden? Am Ende stellt man verblüfft fest: All diese Erkenntnisse tragen zur Verzauberung der Welt bei und führen nicht, wie so oft behauptet, zu einer Entzauberung der Wirklichkeit, die uns umgibt. Das Staunen ist der Anfang aller Philosophie – und genau hier führt eine Brücke zum Glauben an einen Schöpfer dieser wunderbaren Welt, über die jeder zu gehen vermag, der sich noch wundern kann über die Natur und was in ihr von Anbeginn bis auf den heutigen Tag geschieht.

Johannes Schleicher sprach über ein Thema, das nicht aktueller sein könnte in "Damit Frieden wachsen kann": Frieden beginnt im Inneren – und breitet sich von dort in die Welt aus. Dieser inspirierende Jahresbegleiter lädt dazu ein, Woche für Woche den Samen des Friedens in sich selbst, in der Natur, im Alltag und im Miteinander zu finden und ihm sozusagen den Boden zu bereiten. Von stillen Momenten der Meditation über Begegnungen mit großen Vorbildern in Sachen Frieden wie Mahatma Gandhi, Malala Yousafzai oder Nelson Mandela bis hin zu Impulsen aus Bibel, Musik, Film und Politik spannt sich ein weiter Bogen. Kurze, nachdenkliche Texte und ausgewählte Zitate schenken Orientierung, Trost und Hoffnung. Ob beim Spaziergang durch den Wald, im Gebet, im Gespräch mit einem Freund oder im Engagement für andere – dieses Buch erinnert daran: Frieden ist kein fernes Ziel, sondern ein Weg, den wir jeden Tag neu miteinander gehen können.

Daniel Rumel zeigte sein spirituelles Praxisbuch "Erleben, was trägt": Nicht nur Dietrich Bonhoeff er hat es erfahren, sondern auch Hilde Domin, Mahatma Gandhi oder Nelson Mandela sowie viele gänzlich unbekannte Menschen: In der dunkelsten Zeit ihres Lebens und sogar angesichts des Todes spürten sie die Gewissheit, dass sie getragen sind, dass da etwas ist, das sie hält. Aber müssen wir erst in existenzielle Not geraten, um Ähnliches zu erfahren? Ist es nur eine besondere „Gnade“, die solchen Menschen widerfährt, oder kann sich jeder dieser Erfahrung öffnen? Was trägt uns wirklich durchs Leben? Das vorliegende Buch geht diesen Fragen auf den Grund. Dabei geht es um ein praxisorientiertes Nachdenken über solche Zeugnisse – und die Erkenntnis, dass diese häufiger zu finden sind, als es uns oft erscheint. Und bei Weitem nicht nur in Extremsituationen anzutreffen sind. Jedes Kapitel endet mit einigen Fragen und weiterführenden Überlegungen, die zum eigenen Tun einladen. So wird es Leserinnen und Lesern möglich, selbst zu erfahren, dass sie Getragene sind – und zu einem Vertrauen finden können, das sie durch ihren Alltag begleitet.

Christian Tröster stellte "Die Frage nach dem Ich": Er praktiziert seit vielen Jahren Kontemplative Exerzitien, eine christliche Schule der Meditation, die unter anderen von Franz Jalics SJ entwickelt wurde. Irgendwann bemerkte er, dass auf diesem Weg bei ihm Stillstand eingetreten war. Und stellte fest, dass er diese Erfahrung mit vielen teilte, die ebenfalls schon länger diesen oder einen ähnlichen Weg praktizierten. Er machte sich daher auf, andere spirituelle Praktiken zu erkunden, was sich als sehr hilfreich herausstellte. Denn am Ende geht es in allen Traditionen und Übungen um grundlegende Fragen nach Sehnsucht, Erreichen-Wollen und danach, wie man mit diesem scheinbar ewigen Thema umgehen kann. Allerdings liegt es auch in der Natur der Sache, dass Sprechen über Kontemplation, über Stille, Bewusstsein und das Selbst etwas Unabgeschlossenes hat. Es gibt keine letzten theologischen Antworten. Immer wieder ist daher auch vom „unbegreiflichen Geheimnis Gottes“ die Rede. Das Geheimnis, das wir Gott nennen, ist jedoch nicht „irgendwo da draußen“ zu finden, sondern wohnt auf dem Grund unserer Seele und strahlt von dort aus. Dieses Geheimnis in meditativem Erforschen zu entdecken, ist das wesentliche Anliegen dieses Buches.

Kathleen Frank gab mit "Losleben" verschiedene Einladungen zum Ausprobieren, Staunen, Widersprechen und um eigene Antworten zu finden: Wenn man erwachsen wird, tut sich plötzlich eine große Weite vor einem auf. Man kann gehen, wohin man möchte, das Leben selbst gestalten, zumindest innerhalb eines gewissen Spielraums. Dieses Buch ist für Menschen, die neugierig sind auf das volle Leben. Und was es darin alles zu entdecken und zu erleben gibt: für andere da zu sein zum Beispiel, oder guten von weniger gutem Kaffee zu unterscheiden, für sich einzustehen, Knöpfe anzunähen, Verträge abzuschließen, Liebeskummer auszuhalten, an einer Sache festzuhalten, die einem wichtig ist … Dabei kommen mal poetisch, mal pragmatisch, immer persönlich die großen Fragen ins Spiel, die man sich im Leben stellt: Wer bin ich? Wie gehe ich mit Veränderungen um? Was gibt mir Halt? Wie gehe ich mit Angst und Rückschlägen, Anfängerfehlern und Einsamkeit um? Dabei will das Buch kein Ratgeber sein, sondern einladen, es einfach auszuprobieren – und loszuleben. Denn fürs Leben kann man nicht proben. Es ist immer gleich Aufführung.

Pater Anselm Grün erklärte "Warum Sehnsucht die Antwort ist": Viele Menschen tun sich heute schwer mit dem Glauben, sie spüren Gott nicht (mehr). Aber sie spüren die Sehnsucht nach etwas, das über sie hinausführt, das ihnen Halt gibt, das sie auch angesichts von Verletzlichkeit, Unsicherheit, Ohnmacht, Angst oder Einsamkeit mit Zuversicht durchs Leben gehen lässt. Anselm Grün ist überzeugt: In der Sehnsucht nach Glaube ist schon Glaube. Und in der Sehnsucht nach Gott ist schon Gott. Die Sehnsucht ist eine natürliche Fähigkeit der menschlichen Seele, jeder trägt sie in sich. Und sie schenkt Hoffnung, auch in schwierigsten Situationen. Sie hilft Menschen, sich für Veränderungen hin zum Guten einzusetzen, und weist so den Weg zu Heilsein, Vertrauen, Freiheit und Verbundenheit.

Schwester Carmen Tatschmurat las aus ihrem benediktinischen Jahresbegleiter "Den Goldgrund in allem finden": In diesem Buch, das den Leser durch das Jahr führt, finden sich immer wieder Hinweise auf diese „Goldspuren“ in unserem Alltag, durch die eine andere Wirklichkeit hindurchschimmert. Es beginnt mit dem Advent, mit dem auch das Kirchenjahr startet. Für das übrige Jahr sind die insgesamt 52 Impulse thematisch geordnet, sodass man nach Lust und Laune darin stöbern und etwas herausgreifen kann, was gerade passend scheint. Als Leserin und Leser entdeckt man im Gang durch diese kleinen Geschichten und Reflexionen so immer wieder ein bisschen Goldschimmer, der hängen bleibt und das Leben neu zum Leuchten bringt.

Sabrina Wilkenshof präsentierte ihr neues Buch "Das Chaos umarmen": Manchmal ist unser Leben wirklich ziemlich unaufgeräumt. Alles liegt und steht irgendwo herum – auf dem Esstisch und in uns drin: große Träume zwischen Wäschebergen, leise Zweifel hinter der Kaffeetasse. Aber man kann das Leben eben nicht immer "in Ordnung bringen", selbst wenn wir das oft mit aller Kraft versuchen. Es so zu nehmen, wie es kommt, und sich trotzdem im eigenen Alltag aufgehoben zu fühlen – wie das gehen kann, zeigt Sabrina Wilkenshof in diesem ehrlichen Buch über das Festhalten und Loslassen und die vielen alltäglichen Dinge dazwischen. Für alle, die ihr Leben nicht länger in To-Do-Listen und Wochenpläne zwängen möchten, sondern stattdessen ihre Kraft in Umarmungen und einen liebevollen Blick auf ihr Leben stecken wollen.