Guido Kreppold

Die Verwaltung des Untergangs - Keine Hoffnung für die Klöster?

Die Verwaltung des Untergangs - Keine Hoffnung für die Klöster?
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    160 Seiten, gebunden, 12,0 x 19,5 cm
  • 978-3-7365-0076-1
Immer weniger junge Menschen wählen den Weg, Mönch oder Nonne zu werden. Orden fehlt der... mehr
Wie sehen Klöster in Zukunft aus?

Immer weniger junge Menschen wählen den Weg, Mönch oder Nonne zu werden. Orden fehlt der Nachwuchs, die Klostergemeinschaften überaltern, teils  jahrhundertealte Klöster schließen aus Mitgliedermangel und daraus entstehender wirtschaftlicher Notwendigkeit ihre Pforten.

Guido Kreppold, selbst Kapuzinermönch, zeigt dieses Aussterben einer langen christlichen Tradition. Doch er macht auch Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, diese Entwicklung aufzuhalten. Er entwickelt Auswege und mögliche Zukunftsmodelle, die darauf hoffen lassen, dass eine jahrtausendealte Tradition, die maßgeblich zur Entwicklung unserer Kultur beigetragen hat, nicht verschwindet.

 

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Eine junge Frau, einst mit ganzem Eifer in einem kontemplativen Orden, verlässt das Kloster,... mehr

Eine junge Frau, einst mit ganzem Eifer in einem kontemplativen
Orden, verlässt das Kloster, entdeckt das volle Leben
außerhalb und dies ohne Gott. Sie tauscht es unter anderem
mit dem Klettern in der Felswand – ein Risiko auf
Leben und Tod! Es fordert zum Nachdenken auf, wenn ein
Mensch außerhalb des Klosters echter, tiefer und lebendiger
wird. Dazu eine Beobachtung: Bei einem Vortrag lege
ich die von mir verfassten Kleinschriften aus. Die recht
interessierteren Teilnehmer betrachten sehr aufmerksam
die einzelnen Ausgaben, dagegen werfen sie in das Büchlein
»Nachfolge«1 nicht einmal einen Blick. Off ensichtlich
schreckt sie allein schon der Titel ab. Oder ein anderes Ereignis,
das durch die Öff entlichkeit ging: Thomas Frings,
Mitte Fünfzig und Pfarrer in Münster, teilt seiner Gemeinde
mit, sich vom Bischof entpflichten und als Priester beurlauben
zu lassen. Er sei total erschöpft und entmutigt. Als
Grund gibt er an, er kenne nur noch schwindende Zahlen
bei denen, die noch aktiv in der Gemeinde sind, dagegen
nur wachsende Zahlen von Kirchenaustritten. Er könne
nichts anderes als einen Abbruch auf allen Ebenen erkennen.
Ständig sei man ja dabei, Gemeinden, Priesterseminare
und Klöster zu schließen. Trotz aller Bemühungen um
eine zeitgerechte Gestaltung der Gottesdienste, trotz der
Foren, Synoden, Umfragen und Beratungen habe sich am
Bedeutungsverlust der Kirche nichts geändert. Er sieht sich
als Teil einer Entwicklung, auf welche die Kirche nur einen
marginalen Einfl uss hat. Es breite sich, so der verunsicherte
Priester, eine Stimmung des allgemeinen Niedergangs aus,
die auf die Frage hinausläuft: Wer bin ich noch, wenn die
hohen Inhalte und die große Hoff nung, für die ich einmal
angetreten war, nicht mehr gefragt sind? Verwalter von musealen
Lebensformen, Hüter von Traditionen für den Feiertag?
Zierfi gur bei Familienfeiern? Als Nächstes wolle er
in ein Kloster gehen, um sich weiter zu orientieren.2 Aber
wird er dort die Lösung fi nden?
In den Klöstern ist heute schon längst die Krise ausgebrochen.
2015 wurde das Jahr der Orden begangen. Zum
Feiern war kaum Anlass. Bei nüchterner Betrachtung droht
eher das Ende der Klöster. In einem ganz großen Teil der
Gemeinschaften ist die oder der Jüngste über siebzig. Vor
allem sozial- und seelsorglich tätige Orden mussten in den
letzten fünfzig Jahren bis zu neunzig Prozent ihrer Niederlassungen
schließen. So wie es heue aussieht, wird in zehn
bis fünfzehn Jahren der größte Teil der deutschen Ordensniederlassungen
verschwunden sein.3 Die Nachfolge Christi
ist off enbar in Verruf geraten. Man macht es sich zu leicht,
spricht man von der Interessenlosigkeit der Menschen. Es
sind gerade sehr wache und aufmerksame Menschen, die
daran vorbeigehen. Die aktuelle Situation ist Anlass genug,
das klösterliche Leben genauer zu betrachten.

Stimmungsbilder

Die Dynamik der Trauer zulassen

Die religiösen Gemeinschaften sind, mit einigen Ausnahmen,
bei allen mühevollen Einsätzen anscheinend nicht in
der Lage, den Herausforderungen der Zeit gerecht zu werden
und die entscheidende Wende herbeizuführen. Stattdessen
kämpfen sie um das bloße Überleben und der größere
Teil hat nach menschlichem Ermessen kaum eine Chance,
die nächsten Jahrzehnte zu überstehen. Wie soll ein junger
Mensch in einer Gemeinschaft eine Zukunft sehen, in der
die Mehrheit der Generation der Großeltern angehört und
in der bei jeder Versammlung darüber beraten wird, welche
Niederlassung als nächste aufgehoben wird? Die Auflösung
eines Klosters ist ein bedrückendes Ereignis. Es ist
der Abschied von einem Ort des Vertrauens, in dem viele
ihre religiöse Heimat gefunden hatten. Es verschwindet ein
Raum, der still war und doch belebt, in dem man seine Sorgen
abladen und aufatmen konnte, der frei war von Interessen
und einer Gegend oder einer Stadt die Qualität verlieh,
off en zu sein für eine Welt jenseits des platten Alltags.
Klöster galten einst als Zentren des religiösen Lebens, waren
die Vorreiter von spirituellen und geistigen Aufbrüchen
und haben ganz wesentlich dazu beigetragen, bedrohliche
Krisen zu überwinden. So brachte im frühen Mittelalter
die Regel des heiligen Benedikt Glaube und Kultur in die
germanischen Länder. Im Hochmittelalter ließ die schöpferische
Ausstrahlung des heiligen Franziskus in einer verweltlichten
Kirche das Evangelium neu aufl eben. Ebenso
waren es nach der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts
die Jesuiten und Kapuziner, die der alten Kirche wieder zu
neuem Leben verhalfen.
Der Hinweis auf gesellschaftliche und geistesgeschichtliche
Entwicklungen, auf die sogenannte Säkularisierung,
bringt nicht die Lösung. Vielmehr dient er dazu, kritische
Anfragen an die eigene Verfassung gut von sich wegszuchieben.
Besser ist es bei fortschreitendem Niedergang, das eigene
geistige und spirituelle Niveau zu überprüfen. Alles
entscheidet sich an der Frage, ob ein überzeugendes und
erfülltes Leben als Einzelne/r und als Gemeinschaft gelingt.
Wenn es je eine Wende geben soll, braucht es einen Funken,
der überspringt und die ursprüngliche Kraft des Evangeliums
neu erweckt. Dabei ist es weniger dienlich, fixiert auf
die Obrigkeit zu starren. Die Lösung geht von Personen
und Gruppen aus, die wie in den Anfängen der Orden,
die Herausforderung annehmen und sich neuen Einsichten
und Erfahrungen öff nen. Deshalb führt es weiter, aus der
Perspektive des Einzelnen und kleiner Gruppen die Problematik
zu betrachten, statt mit hohen, festgefügten Idealen
oder theologischen Erwägungen zu beginnen. Dazu helfen
Stimmungsbilder und Aspekte, die den Ernst der Situation
nahebringen und aus der Ausweglosigkeit herausführen.

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