Worte, die uns tragen - Die Weisheit des Glaubensbekenntnisses

Worte, die uns tragen - Die Weisheit des Glaubensbekenntnisses
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    152 Seiten, gebunden, 14,5 x 22,0 cm
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Das Glaubensbekenntnis neu entdecken

Die Worte des Glaubensbekenntnisses sind heute oft schwer zu verstehen. Anselm Grün erklärt die Worte des Glaubensbekenntnisses in verständlicher Weise und zeigt die heilsame Wirkung dieser Worte für uns Menschen.

Anselm Grün gliedert das Glaubensbekenntnis auf und erklärt jeden Abschnitt lebensnah für den Menschen von heute. Dabei geht es Anselm Grün vor allem darum, die Bilder zu entdecken, die hinter den Worten stecken und die die Kraft haben, zu heilsamen Bildern für uns zu werden.


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Ich glaube Schon mit diesen ersten Worten tun sich manche Menschen schwer. Glauben – so sagen... mehr

Ich glaube


Schon mit diesen ersten Worten tun sich manche Menschen schwer. Glauben – so sagen sie – heißt: nicht wissen. Doch das ist ein oberflächlicher Begriff des Glaubens. Glauben heißt nicht, irgendwelche Dinge oder Sätze für wahr zu halten. Wenn ich in die Bibel schaue, gibt es für mich drei Bilder, die für den Glauben wesentlich sind. Das erste Bild findet sich bei Jesaja, die Einheitsübersetzung und Martin Luther geben die Stelle so wieder: Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.
JESAJA 7,9


Joseph Ratzinger übersetzt diesen Vers so:
Wenn ihr nicht glaubt (wenn ihr euch nicht an Jahwe festhaltet), dann werdet ihr keinen Halt haben.
RATZINGER, EINFÜHRUNG IN DAS CHRISTENTUM, 43
Glauben heißt also: einen festen Stand haben. So hat es auch der Hebräerbrief verstanden:
Glaube aber ist: feststehen in dem, was man erhofft.
HEBRÄER 11,1
 
Glauben hat also mit Feststehen zu tun. Im Glauben finde ich Halt in etwas, das größer ist als ich selbst. Ich finde Halt in Gott.
Dieses erste Bild hängt eng mit dem zweiten Bild zusammen: Glauben ist Vertrauen. Wir beten im Credo nicht »ich glaube, dass ...«, sondern »ich glaube an ...«. Also ist schon das Vertrauen mitgedacht: Ich traue Gott. Ich vertraue darauf, dass er mich führt, dass er bei mir ist, dass er mir Schutz gewährt. Und ich traue Gott zu, dass er es gut mit mir meint. In diesem Sinn gebraucht Jesus selbst das Wort »glauben«, vor allem im Markusevangelium: Als die Jünger in ihrem Boot vom Gegenwind bedrängt werden, kommt Jesus über das Wasser zu ihnen. Sie bekommen Angst, er sei ein Gespenst. Da sagt Jesus zu ihnen:
Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
MARKUS 6,50


Glauben heißt also vertrauen, dass ich nie allein bin, dass Jesus selbst in Angst auslösenden und bedrängenden Situationen bei mir ist. Ich darf vertrauen, dass er mich nicht allein lässt, dass er mir die Hand reicht und mir dann wieder festen Stand schenkt. So hat es Petrus erfahren, als er auf die Aufforderung Jesu, Vertrauen zu haben, aus dem Boot stieg und selbst über das Wasser gehen konnte. Doch sobald er auf den heftigen Wind und die Wellen schaute, ging er unter. Er hatte nur festen Halt, solange er Jesus vertraute (vgl. Matthäus 14,22–33).
Das dritte Bild in Bezug auf den Glauben begegnet mir im Johannesevangelium. Dort bedeutet zu glauben eine neue Weise des Sehens. An Jesus glauben heißt für Johannes: in diesem Menschen Gott schauen, in seiner menschlichen Schwachheit die göttliche Herrlichkeit schauen, im Scheitern des Kreuzes den Sieg der Liebe schauen. Es ist ein tieferes Schauen. Johannes gebraucht verschiedene Worte dafür. Ich möchte nur zwei betrachten:
Zunächst emplepo, was so viel heißt wie in jemanden hineinschauen, den Grund im anderen schauen. Dieses Wort verwendet Johannes, wenn er von Johannes dem Täufer sagt, dass er Jesus sah und in ihm das Lamm erkannte, das die Sünde der Welt hinwegträgt. Und er wählt das gleiche Wort, wenn er davon erzählt, dass Jesus in Petrus hineinsieht und in ihm trotz all seiner Schwächen den Fels erkennt, sein wahres Wesen.
Das andere Wort ist theastai. Es hat die gleiche Wurzel wie das Wort theos, Gott. Das wahre Schauen sieht in allem, was wir betrachten, letztlich Gott als den eigentlichen Grund allen Seins. Ich schaue in der Schönheit der Schöpfung die Schönheit Gottes. Ich schaue auf den Menschen Jesus und erkenne in ihm, dass mir Gott selbst in ihm begegnet. Jesus sagt zu Philippus:
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
JOHANNES 14,9
Allerdings ist diese neue Sicht des Glaubens immer auch von Zweifeln bedroht. Im Johannesevangelium finden sich viele Dialoge, in denen Menschen in Jesu Umgebung mit anderen sprechen und dabei an ihm zweifeln. In Wirklichkeit sind diese Dialoge so etwas wie Selbstgespräche, Widerstreitendes in uns, das uns zweifeln lässt. Wir sehnen uns danach zu glauben. Aber wir sind immer auch Zweifelnde. In uns ist immer zugleich Glaube und Unglaube. Und wir werden den Glauben nie als Besitz festhalten können. Wir müssen uns immer wieder zum Glauben durchringen. Wir sehen auf unsere Welt und möchten manchmal an uns selbst verzweifeln: Terroranschläge, Kriege, Umweltzerstörung und vieles mehr. Glauben heißt: uns selbst und die Menschen um uns realistisch zu sehen und trotzdem an den göttlichen Kern in ihnen zu glauben, in ihnen das Gute zu sehen, das uns oft genug verborgen ist.

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