Am Abend notiert - 147 Einladungen zum Innehalten

Am Abend notiert - 147 Einladungen zum Innehalten
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    187 Seiten, gebunden, 12,0 x 19,5 cm
  • 978-3-89680-950-6
Oft sind es kleine Dinge im Alltag, die uns Impulse für unser eigenes Leben geben... mehr
Kurze Momente zum Nachdenken

Oft sind es kleine Dinge im Alltag, die uns Impulse für unser eigenes Leben geben können. Martin Kämpchen schenkt uns 147 kurze Erzählungen, die uns kurz innehalten lassen. Diese Geschichten, die oft Dinge und Situationen des täglichen Lebens wiederspiegeln, regen dazu an, nachzudenken und nachzuspüren und seine Umwelt mit den Augen des Herzens zu schauen.

Martin Kämpchen schildert zahlreiche Erlebnisse und Eindrücke, die mehr sind als bloße Alltäglichkeiten. Aus ihnen zieht er Folgerungen für eine achtsame, nachdenkliche und geistige Lebensweise.

Ein leises Buch, das dazu einlädt, den Alltag zu unterbrechen, innezuhalten und so jeden Moment bewusster zu erleben.

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ROBERT IST EIN AMERIKANISCHER FREUND aus sehr früher Zeit, als ich vierzehn oder... mehr

ROBERT IST EIN AMERIKANISCHER FREUND aus sehr früher Zeit, als ich vierzehn oder fünfzehn war. Als ich in Wien studierte, besuchte ich Robert in Freiburg, wo er an der Musikhochschule zum Pianisten ausge¬bildet wurde. Danach zog er weiter nach Paris. Als ich dort ebenfalls Student wurde, wohnten wir einen Sommer lang zusammen, beide nahmen wir Französischunterricht. Das ist vier Jahrzehnte her – oder länger? Er kehrte in die USA zurück, ich verließ Europa in die Gegenrichtung, nach Indien. Seitdem schreibt er Briefe zu meinem Geburtstag, ich schreibe Briefe zu seinem. Manchmal eine Weihnachtskarte. Zweimal habe ich Vorträge in den USA gehalten und Robert dann für einen Tag besucht. Hallo gesagt, mehr war es nicht, obwohl ich bemüht war, sein Leben neu zu »fühlen«: Wer waren seine Freunde, wer seine Familie, was las er, was bewegte ihn? Ich erfuhr von seiner Karriere als Konzertpianist in Amerika, seiner Stellung als Professor an einer Musikhochschule. Es schienen keine glänzenden Erfolge zu sein, aber er lebte gut und durfte froh sein, in diesem rauen Wettkampf um Konzertangebote und Gagen zu bestehen.


Viel erfuhr ich nicht, auch nicht in seinen knappen Briefen. Ich schrieb ihm, von sich zu erzählen, doch darauf kam keine Antwort. Warum korrespondieren wir noch? Welche Aufgabe hat eine solche Treue, die nur eine immer mehr verblassende Erinnerung pflegt? Robert schrieb jedes Mal, dass es ihm glänzend gehe, und heute meldete er, er sei nun fünfundsiebzig Jahre und das sei wonderful. Warum ist es wonderful?
So welkt diese Freundschaft, die meine Jugendzeit mitgeprägt hat. Sie nährt mehr meine Wehmut als meine Dankbarkeit. Sie weckt eher Zweifel an seinen Aussagen, die erzwungen positiv klingen, als Freude über sein gelungenes Leben.
Unsere Vergangenheit ist nie abgeschlossen, sosehr man manchmal einen Schlussstrich ziehen möchte. Sie wirkt im Unterbewusstsein weiter, sie wühlt und bohrt, sie strahlt und glänzt, sie webt einen schillernden Teppich, der sich, je nachdem, wie das Licht der Gegenwart darauff ällt, ändert.
Mein Gedanke: Heute darauf hinwirken, dass die Vergangenheit heilsame Erinnerungen erzeugen wird. Das ist nicht immer möglich, weil unsere Gegenwart nicht allein in unserer Hand liegt, aber von dieser Herausforderung zu wissen ist schon heilsam.  SANTINIKETAN

Wer nicht nur dieses Buch, sondern auch den Autor kennen lernen möchte, aus dessen Geist... mehr

Wer nicht nur dieses Buch, sondern auch den Autor kennen lernen möchte, aus dessen Geist und Herz diese Einladungen gewachsen sind – eigentlich sind es Botschaften -, dem empfehle ich, einfach irgendwo einzusteigen. Die Tagebuchnotizen sind ohne Datum und damit der Zeit enthoben, so konkret sie auch geschrieben sind. Beim Aufschlagen des Buchs kam mir das „himmlische Assisi“ entgegen. Als Halb-Römer, der ein paarmal Assisi besucht, war ich sofort gespannt. Ich kann Kämpchen nach seinen 40 Jahren Indien verstehen. Mir als Mönch ergeht es ähnlich. Die Wogen der Touristen, das Erklären der Führer, all das lässt uns die Wirklichkeit nicht mehr erfahren. Ich war nur zwei- oder dreimal in der Basilika, fast allein, und hatte die Muße, mich von den Fresken Giottos gefangen nehmen zu lassen. Bei anderen Gelegenheiten sah ich von einem Besuch der Basilika ab; der Rummel war zu groß.

Kämpchen sieht die Wirklichkeit hinter den Dingen, erschaut, erlauscht sie, erfährt ihr Gutes, aber auch ihr Böses, wenn er beim Anblick des Schweinskopfes in der Markthalle der italienischen Stadt erschrickt. Hier fehle der elementare Respekt vor dem Tier, das sein Leben aufgegeben hat, damit es den Menschen gut geht. Indische Kultur und hiesige Unachtsamkeit stoßen auf einander.

Aber dann gilt es doch, einmal das erste Kapitel in sich aufzunehmen. „Du sollst glühen!“, innerlich für ein Ideal brennen. Nur so kann ich andere entfachen. Es ist ein Feuer, das aus der Trägheit herausreißt. Es ist der Drang, anderen mitzuteilen, dass diese Welt des Menschen und der Natur weit mehr ist, als unsere oberflächliche Wahrnehmung glauben macht.

Das finden wir bei Kämpchen. Er hat die Lyrik des Dichters Rabidranath Tagore übersetzt und ist geprägt von ihr. Er sieht die Welt in ihrer Einheit, der Einheit des Menschen mit der Natur, der Einheit der Menschen untereinander, selbst mit den Toten, einer Einheit, die umfangen und durchdringen ist von Transzendenz.

Ich rate der Leserin, dem Leser, das Buch einfach aufzuschlagen und anfangen zu lesen. Sie, er wird neugierig nicht mehr aufhören und darin immer weiterlesen. Das Buch ist ein Martin Kämpchens Geschenk an jeden.

Notker Wolf OSB

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