Zwischen Glaube, Mangas und Politik - die Leipziger Buchmesse 2018

Trotz zeitweiligen Schneesturms und Verkehrschaos lockte die Leipziger Buchmesse vom 15.–18. März wieder zahlreiche Bücherfreunde an. Anders als ihre große Schwester, die Frankfurter Buchmesse im Herbst, ist die Leipziger Buchmesse die Messe der Leserinnen und Leser.

Für viele Verlage ist somit sie die Plattform, um das Lesepublikum von ihrem neuen Programm zu begeistern und den direkten Kontakt mit ihm zu stärken. Grund genug für unseren Verlagsleiter, Bruder Linus Eibicht, und seinen Mitbruder und Autor des Vier-Türme-Verlags, Pater Zacharias Heyes, die Messe zu besuchen. So ergaben sich nicht nur am Verlagsstand, dem Gemeinschaftsstand des Katholischen Medienverbands, sondern auch an unvermuteten Orten und in unerwarteten Augenblicken viele anregende und inspirierende Gespräche mit den unterschiedlichsten Besuchern.

Es ist diese bunte Mischung aus Bibliophilen, Kulturliebhabern, Comicfans, aus großen und kleinen Leseratten – eben aus all jenen, die mit offenem Herzen und Geist der Welt begegnen, die den Charme und die einzigartige Atmosphäre in Leipzig ausmacht. Wo sonst als auf der Leipziger Buchmesse, genauer in Halle 1, dem Treffpunkt der Comic- und Cosplayer-Szene, würden zwei Mönche in ihrer Ordenskleidung kaum weiter auffallen? Einzig der kleine Altersunterschied habe verraten, dass ihr bodenlanger schwarzer Habit keine Hommage an eine Figur aus einem japanischen Manga sei, wie Br. Linus augenzwinkernd berichtete. Auch wenn so mancher Besucher genau dies vermutete.

Dass religiöse Verlage gerade in der heutigen Zeit einen festen Platz in dieser Kulturlandschaft einnehmen (müssen) unterstrich der Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff. Aufmerksam ließ er sich von Br. Linus und weiteren Vertretern der ökumenischen Medien über Neuerscheinungen und Entwicklungen auf dem konfessionellen Buchmarkt informieren. Denn auch in diesem Jahr zeigte sich die gesellschaftspolitische Relevanz der Verlage in spannenden und politischen Buchprogrammen. Mit Titeln wie „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ von Pater Anselm Grün oder dem Sammelband „Die Anderen – meine Zukunft“ beziehen Autoren und Verlage wie der Vier-Türme-Verlag vor einem christlichen Hintergrund klar Stellung zu aktuellen Debatten.

„Eine Kirche, die Angst macht, ist keine jesuanische Kirche“

Höhepunkt der Buchmesse für den Vier-Türme-Verlag war die halbstündige Veranstaltung mit P. Zacharias Heyes zu seinem neuen Werk „Gott wieder finden und warum es gar nicht nötig ist, ihn zu suchen“ auf der Leseinsel Religion am 16. März. Der Benediktinerpater gab im Interview mit Winfried Kuhn, dem Geschäftsleiter des Verlags katholisches Bibelwerk, tiefe Einblicke in seinen eigenen Glaubensweg und sein Verständnis von Kirche und Religion. Zugleich griff er seine Kritik an realitätsfernen Weisungen und Traditionen der Kirche aus seinem Buch auf. Dass er mit seinem Plädoyer für eine den Menschen zugewandte Glaubenspraxis aneckt und provoziert, ist Pater Zacharias bewusst. Aber eine Kirche, die Angst macht, sei keine jesuanische Kirche, wie der Theologe entschieden feststellte.

Mit einem abschließenden Gottesdienst gingen am Sonntag, den 18. März vier Tage voller horizonterweiternder Momente und Gespräche zu Ende. Um all diese Eindrücke und Ideen reicher kehrten Br. Linus Eibicht und P. Zacharias Heyes schließlich in die Abtei Münsterschwarzach zurück. Doch der inspirierende Geist der Leipziger Buchmesse wird sicherlich noch lange im Programm des Vier-Türme-Verlags fortwirken, da ist sich Br. Linus sicher.

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