Über Grenzen und Länder hinweg: Die Johannes-Cassian-Forschung

Auf Einladung des Moskauer Metropoliten Hilarion Alfejev nahm Gabriele Ziegler vom 19. bis zum 21. November 2015 an einer internationalen Tagung zur Johannes-Cassian-Forschung teil. Das Hauptaugenmerk der dreitägigen Konferenz lag dabei auf der monastischen Tradition des christlichen Ostens und Westens im Erbe Johannes Cassians. Am theologischen Institut „Hll. Kyrill und Methodius“ des Moskauer Patriarchats stellten die Referenten und Referentinnen aus Ländern wie den USA, Belgien oder auch Rumänien ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor.

Als eine von zwei Frauen dabei: Gabriele Ziegler, Vorstandsmitglied der Johannes-Cassian-Stiftung Münsterschwarzach. Die Theologin gab Einblicke in ihre Übersetzung der „Unterredungen mit den Vätern“. Genauer der Collatio Acht. In dieser schildert Johannes Cassian, wie Antonius der Große sich weder von Gedanken noch von Anfechtungen vom Gebet abhalten lässt. So wird er zum Idealbild dessen, der Gott schaut, wie Ziegler darlegte.

Von ihrem Aufenthalt in Moskau zeigt sich Gabriele Ziegler bis heute begeistert. Ein Höhepunkt sei dabei ihr Besuch des Kremlin und des Dreifaltigkeitsklosters Sergijew Possad gewesen. Der Anblick der Ikonen und Kunstschätze, die dort versammelt sind, sei tief ergreifend. Aber auch der Austausch mit den anderen Historikern, Theologen und Archivaren liegt ihr besonders am Herzen. „Recherche und Quellenforschung machen einen großen Teil unserer Arbeit aus, da ist ein Netzwerk unter Kollegen, das zum Beispiel bei Übersetzungsfragen hilft und unterstützt, unersetzlich“, erklärt Gabriele Ziegler.

Nach sorgfältiger Bearbeitung ist nun ein Sammelband mit allen Beiträgen erschienen – natürlich auf Russisch. Wer die Inhalte der Collatio 8 nachlesen möchte, kann das aber auch auf Deutsch tun. Die reichbebilderte Übersetzung der "Unterredungen mit den Vätern. Teil 1: Collationes 1 bis 10“ von Gabriele Ziegler, ist im Vier-Türme-Verlag erschienen.

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