"Schreibe deinen Lebenspsalm“ – Workshop mit Autor und Musiker Matthias E. Gahr

Danke für diesen guten Morgen, Ins Wasser fällt ein Stein oder auch Von guten Mächten wunderbar geborgen – wem klingen diese Worte und Melodien nicht vertraut? Alle diese Lieder gelten als Klassiker des christlichen Liedguts und gehören zum Standardrepertoire im Firm- oder Konfirmandenunterricht sowie im sonntäglichen Gottesdienst. Dass dem so ist, war allerdings lange Zeit keine Selbstverständlichkeit: Denn sie sind Teil des sogenannten „Neuen Geistlichen Liedguts“. Ein Musikgenre, das durch seine konfessionsübergreifende Beliebtheit wie kaum ein anderes bezeugt, welche Bedeutung Melodien und Gesang für Menschen haben – gerade im Glauben. In den 50er Jahren aus dem Anliegen heraus entstanden, das Evangelium für jeden zugänglich zu machen, sind die Lieder dieser Bewegung bewusst in einer moderneren, einer oftmals leichteren Sprache verfasst.

Doch gerade diese neue Tonart führte zu heftigen Kontroversen, die bis heute anhalten. Kritiker der Lieder bemängeln eine fehlende Ernsthaftigkeit und befürchteten eine Banalisierung der christlichen Liturgie. Und dennoch, ihrer Beliebtheit tat dies keinen Abbruch. Einige Klassiker aus dem Neuen Geistlichen Liedgut haben mittlerweile Eingang in das katholische Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ gefunden.

„Doch es muss in den zuständigen Etagen auch ankommen, dass das Neue Geistliche Lied längst diesen Kinderschuhen entwachsen ist. Jenseits der Gitarrengruppe  mit Querflöte, der man zugesteht, ein- oder zweimal im Jahr einen Gottesdienst zu begleiten, gibt es das große Bedürfnis, den eigenen Glauben und die Erfahrungen damit durch christliche Popularmusik auszudrücken",so der Musiker und Songwriter Matthias E. Gahr.

Genau diesem Gedanken trug auch das Seminar „Hear your soul!“ des Bistums Würzburg in der Abtei Münsterschwarzach am vergangenen Wochenende Rechnung. In den verschiedenen Chor- und Bandworkshops konnten die zahlreichen Teilnehmer den Melodien nachspüren, die sie durch das Leben tragen und dabei ganz neue Klangwelten für sich entdecken.

Gahr, der unter anderem in der christlichen Pop-Rockband „Sternallee“ spielt und für sein Projekt Mondscheinpsalmen  selbst Psalmen vertont, wirkte natürlich auch mit. Bei der Gestaltung seines Workshops war ihm dabei ein Aspekt besonders wichtig: der persönliche Bezug zu den Inhalten der Musik. „Zu allen Zeiten wollten Menschen ihren Glauben in der Musik ihrer Zeit ausdrücken. Deswegen ist es wichtig, die Hörgewohnheiten der Menschen heute ernstzunehmen und auch im kirchlichen Bereich umzusetzen.“ Seinen Kurs stellte der gebürtige Kitzinger bewusst unter das Motto „Schreibe deinen Lebenspsalm“ – als Einladung und Inspiration, die eigene Glaubens- und Lebenssituation in Worte und Musik zu fassen.

Wer neugierig geworden ist und für sich persönlich entdecken möchte, wie gesungene Worte wirken, oder Anregungen für eigene Kompositionen sucht:  Die Psalmen, die die Grundlage für den Workshop mit Matthias E. Gahr bilden, finden sich im Münsterschwarzacher Psalter wieder.  

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