Ein Blick hinter die Kulissen

Damit Sie am Ende unsere Bücher in den Händen halten können, gibt es einiges zu tun. Wer alles dazu beiträgt, wollen wir Ihnen in den kommenden Wochen zeigen. Diese Woche starten wir mit Heike Rabeler, Lektoratsassistentin, kreatives Gartengenie und rechte (und manchmal auch linke) Hand unseres Verlagsleiters Br. Linus Eibicht.

Liebe Heike, vielen Dank, dass du trotz deines vollen Terminkalenders Zeit für unser Interview gefunden hast. Wie beginnt denn für dich ein typischer Arbeitstag?

Da ich oft die Erste im Verlag bin, kümmere ich mich zunächst um das Wichtigste: die Kaffeeversorgung für das Team – damit wir alle auch bis zum Feierabend durchhalten. Und dann steht natürlich der Blick ins Postfach an, sowohl ins analoge, als auch ins digitale.

Unser Verlagsprogramm ist ja wirklich umfangreich, aber du hast – wie wir alle – bestimmt auch ein Lieblingsbuch. Welches gefällt dir denn zurzeit am besten?

Ganz klar: In deiner Weite lass mich Atem holen – Segensworte für die Lebensreise von Giannina Wedde aus unserem Frühjahrsprogramm 2018. Da hatte ich schon Feuer gefangen als uns das Manuskript angeboten wurde. Manchmal lese ich einen Text, und die Worte gehen nach einem kleinen Schlenker über den Kopf mitten ins Herz. Da gibt es keine Reibungsverluste, kein Zögern. Was sie schreibt ist so echt und ungezwungen. In ihren Segenstexten schafft sie es genau das auszudrücken, was als Gefühl in mir liegt. Das Buch habe ich auch in den Kreis meiner Nachttisch-Bücher aufgenommen. Das ist eine Auswahl von Büchern, die griffbereit neben meinem Bett liegen und eine Art Buchstaben-Erste-Hilfe für alle Lebenslagen und Stimmungen bilden. 

Auf unserer Website steht so schön „Sekretariat Verlagsleitung und Assistenz Lektorat“. Was genau fällt denn aber in deinen Aufgabenbereich?

Oh weh, das ist schwer einzugrenzen. Angefangen habe ich 2013 als Assistentin der Verlagsleitung. Das war besonders zu Beginn ziemlich aufregend. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich, wie wahrscheinlich viele Menschen, nahezu keine Berührungspunkte mit klösterlichem Leben, von Mönchen ganz zu schweigen. Das war also alles Neuland für mich und ich habe mir viele Gedanken gemacht, wo welche Fettnäpfchen zu umschiffen sind. Mit Bruder Linus an meiner Seite hat sich das allerdings ganz schnell gegeben.

Aber zurück zur Frage: Mein Aufgabenbereich hat sich seit dieser Anfangsphase ziemlich erweitert. Mittlerweile bin ich die erste Anlaufstelle für eintreffende Manuskriptangebote, ich koordiniere die verschiedenen Informationen zum Verlagsprogramm und habe auch immer wieder mit den rechtlichen Aspekten im Verlag zu tun. Mein Verlagsalltag ist daher ein buntes Sammelsurium, das von Reisevorbereitungen über Abdruckanfragen bis zur „Autorenseelsorge“ eine ganze Menge zu bieten hat.

Jetzt nähert sich in großen Schritten die Adventszeit – für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Gibt es für dich eine Phase im Verlagsjahr, die dir besonders gut gefällt?

Es gibt zwei Momente im Jahr, die für mich hervorstechen. Das sind die zweimal jährlich stattfindenden Vertreterkonferenzen. Da werfen wir all unsere gesammelten Ideen was Inhalte, Cover und Aufmachung der Bücher betrifft in eine Waagschale und präsentieren Sie unseren Verlagsvertretern. Da sie unsere Bindeglieder zum Sortimentsbuchhandel sind, ist uns ihre ehrliche Rückmeldung sehr wichtig. Wir hoffen, dass sie unsere Begeisterung für die neuen Bücher und Produkte teilen und dann natürlich nach außen weitertragen können.

„Leben – nicht nur am Wochenende“ so lautet der Titel eines Buchs von Anselm Grün. Die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, fällt vielen Leuten schwer. Wenn du also nicht gerade für den Verlag, das Vier-Türme-Team oder die Autoren da bist, was machst du zum Ausgleich?

Zu Hause warten eine Familie, die für reichlich Abwechslung sorgt, und ein großer Garten, in dem ich meine kreative Seite ausleben kann. Wir haben den Garten damals mehr oder weniger als Baustelle übernommen. Da wuchs zwar schon der ein oder andere Baum, aber dazwischen steckte noch reichlich Platz für Gestaltungsmöglichkeiten – die wir auch wirklich genutzt haben. Aber trotzdem: Immer wenn wir denken, der Garten ist jetzt wirklich voll, kommt wieder eine neue Pflanze oder eine Idee ums Eck, die untergebracht werden will – und wie in einer guten Damenhandtasche findet sich auch immer noch ein Platz.

Wenn es draußen kälter wird und der Garten zur Ruhe kommt, setze ich mich auch gerne ans Klavier. Ich spiele nicht besonders gut und muss mir die Stücke, die ich spielen möchte über lange Zeit erarbeiten, aber ich bin sehr hartnäckig und in diesem Fall glücklicherweise ausgesprochen geduldig. Über den Tag grübeln und Probleme wälzen funktioniert dann nicht. Wenn ich mit der Musik beschäftigt bin, rutsche ich in ein Zeitloch und vergesse alles um mich herum. Für mich ist das eine sehr meditative Beschäftigung.

Der Vier-Türme-Verlag positioniert sich klar als „Verlag der Mönche von Münsterschwarzach“. Wir bieten spirituelle Ratgeber und christliche Lebenshilfe, vielen Menschen sind unsere Bücher gerade wegen ihrer Glaubensinhalte wichtige Stützen. Was bedeutet dir Glaube?

Mein Glaube ist für mich wie eine geistige Hängematte, in die mich lege und von der aus ich die alltäglichen Sorgen und Probleme wie im Kino betrachten kann. Na gut, das klappt nicht immer so reibungslos, aber er sorgt dafür, dass der Alltag etwas mehr Farbe bekommt und den Sorgen kleine Flügel wachsen. Mein Glaube ist wie ein Ort in meinem Innern, an dem ich ankommen kann so wie ich bin. Mein Blick auf die Welt ist dort weniger sorgenvoll und der Blick auf mich selbst gnädiger.

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