Jeremias Schröder

Leichtes Gepäck beflügelt den Schritt - Aus dem Tagebuch eines Benediktinerabtes

12,90 € *

11,7 x 18,5 cm, 144 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-89680-459-4
Denkanstöße eines Benediktinerabtes

Anregende Geschichten aus dem Leben eines Benediktinerabtes laden dazu ein, auch selbst im Alltag geistlich zu leben und den eigenen Horizont zu weiten.

Erzabt Jeremias beschreibt mit Augenzwinkern und trotzdem tiefgängig die Schätze, die die katholische Kirche für uns bereit hält, was das Kloster für heute bedeutet und was wir von den Mönchen lernen können. Und auch was er von seinen Mitbrüdern aus aller Welt lernen kann. Seine Gedanken sind sympathisch und humoristisch verfasst, und dennoch echte Denkanstöße.

Der junge Erzabt der Benediktiner-Abtei St. Ottilien, Jeremias Schröder, wurde bereits mit 35 Jahren zum Abt gewählt. Er ist gleichzeitig Abtpräses der Missionsbenediktiner, die mit 1.100 Mönchen in der ganzen Welt nach der benediktinischen Tradition leben und arbeiten.
 

 

Koffer packen

Ich nehme immer zu viel mit. Obwohl ich inzwischen im Reisen wirklich Übung habe, ist mein Koffer jedes Mal zu voll. Das merke ich meistens erst bei der Rückkehr, wenn ich die ungebrauchten Hemden auspacken muss, sauber, aber leicht verknautscht.

Wahrscheinlich ist das ein Indiz für eine etwas pessimistische Veranlagung. Bei der Reisevorbereitung fallen mir alle möglichen Umstände ein, die mich zwingen könnten, noch eine Reservehose zu brauchen, und etwas für plötzliche Kälteeinbrüche, und gegen Regen. Gibt es auf den Philippinen eigentlich Sandstürme? Die Mitra kommt auch noch rein, man weiß ja nie…

Ich übertreibe, aber nur leicht. Mit dem Vollpacken ist es jedenfalls so eine Sache. Glücklich wird man dabei nicht. Ähnlich geht es den Urlaubsplanern, die jeden Winkel ihres Urlaubskalenders voll packen: Besichtigungen, Kultur, Nachtleben – alles soll in den drei Wochen unterkommen, und zwar im Überfluss. Das Gerede vom Nachurlaub, in dem man sich vom Urlaubsstress erholen muss, ist schon zum Klischee geworden.

Vollgepackt sind manchmal allerdings auch die sonstigen Erwartungen an die Urlaubszeit. Alles, was sonst nicht so geklappt hat, soll plötzlich im Urlaub wieder heil werden: die eigene Gesundheit, die angeschlagene Psyche, das herzlose Verhältnis zum Partner, die vernachlässigte Beziehung zu den Kindern. Mir erscheint das noch gefährlicher. Denn viele Urlaubsveteranen wissen ja aus eigener Erfahrung, dass man mit solchen Erwartungen die Erholungszeit von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Oder es geht ihnen so wie mir mit den vollgepackten Koffern. Sie könnten es eigentlich wissen, aber trotzdem fallen sie jedes Jahr wieder rein: die heißersehnten Ferien, in denen alles in Ordnung kommen soll, scheitern dann gerade deshalb, weil so viel von ihnen erwartet wird.

Die Benediktusregel sieht keinen Urlaub vor. Der heilige Mönchsvater ging noch davon aus, dass der gewöhnliche Klosteralltag Spannung und Entspannung im gleichen Maß enthalten soll.

 

Der Kulturkompass | 27.05.2010
"Mit so viel Augenzwinkern wie Tiefgang beschreibt der Kirchenmann (...) was Kloster heute bedeutet."

Mittelbayerische Zeitung | 24.06.2010
"Das Büchlein mit seinen nahezu 50 Beiträgen vermag, wie der Titel verspricht, den Schritt zu beflügeln."

Buchprofile/Medienprofile | Heft 3
"Als einfache und doch gehaltvolle spirituelle Lektüre breit zu empfehlen."



 

 

 
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